Währungsrisiken absichern
Für ein KMU, das Geschäfte in Fremdwährungen tätigt, kann schon eine einzige Wechselkursschwankung die Rentabilität einer Transaktion beeinträchtigen.

Das Währungsrisiko – eine konkrete Herausforderung für KMU
Ob Export, Import oder im Zusammenhang mit Dienstleistungen – wenn ein Unternehmen seine Geschäfte in Fremdwährungen abwickelt, setzt es sich dem Währungsrisiko aus. Dieses Risiko ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Kurs bei Preisfestsetzung und dem Kurs bei Zahlung. Entwickelt sich der Kurs in diesem Zeitraum negativ, reduziert sich die Marge.
Ziel einer Absicherungsstrategie ist nicht Devisenspekulation oder der Versuch, aus Kursschwankungen Gewinne zu erzielen. Vielmehr soll sie die Geldflüsse sichern, die Liquiditätsplanung verlässlicher gestalten und die Rentabilität von Verträgen schützen.
Messung des Währungsrisikos
Bevor Absicherungsinstrumente gewählt werden, ist es wichtig, das Wechselkursrisiko exakt zu messen. Zunächst müssen alle Fremdwährungsflüsse geprüft werden: erwartete Zahlungseingänge, zu leistende Zahlungen, Fremdwährungskredite, Mieten oder Dienstleistungen, die nicht in Schweizer Franken fakturiert werden.
Für ein KMU spielt das Transaktionsrisiko die grösste Rolle. Dieses lässt sich jedoch ganz direkt und sehr einfach absichern. Es betrifft bereits fest vereinbarte Geschäfte: unterzeichnete Kostenvoranschläge, verbindliche Bestellungen oder Darlehensverträge.
Anhand einer Basissimulation lässt sich die Sensitivität der Marge bewerten: Wie wirkt sich eine Wechselkursschwankung von 5% oder 10% auf den Selbstkostenpreis und das Ergebnis des Vertrags aus? Eine solche Analyse hilft dabei, die Geschäfte zu ermitteln, die vorrangig abgesichert werden müssen, und das gewünschte Schutzniveau festzulegen.
Absicherungsstrategien
Eine natürliche Absicherung besteht darin, die Geldströme des Unternehmens so zu organisieren, dass sie sich teilweise gegenseitig ausgleichen. Rechnungsstellung in der Währung, in der die Kosten entstehen, Eröffnung zusätzlicher Bankkonti für Eingänge und Zahlungen ohne systematische Umrechnung oder Finanzierung in der Währung eines Vermögenswertes – all dies kann auch ohne Zuhilfenahme komplexer Finanzprodukte das Risiko reduzieren.
Wo eine natürliche Absicherung nicht ausreicht, kommen Finanzinstrumente zum Einsatz. Zu den gängigsten zählt das Termingeschäft. Damit kann der Wechselkurs für eine künftige Transaktion zu einem vereinbarten Datum und Betrag schon heute fixiert werden. Der Kurs ist also von vornherein bekannt, und dies sichert die Marge.
Festlegung einer Devisenpolitik
Die Wahl des passenden Instruments ist abhängig von den Zielsetzungen des Unternehmens, der Planbarkeit seiner Geldströme sowie seiner Risikotoleranz. Nicht immer ist es notwendig, das Risiko zu 100% abzusichern. Situationsabhängig kann eine teilweise Absicherung ausreichen, um den Grossteil der Marge zu sichern und eine gewisse Flexibilität zu wahren. Die Devisenpolitik sollte regelmässig – monatlich oder wenigstens vierteljährlich – geprüft werden, um zu gewährleisten, dass sie der Marktentwicklung und der Geschäftstätigkeit entspricht.
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