Zahlungsstandards in der Schweiz
Bleiben Sie über die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs und neue Zahlungsstandards in der Schweiz informiert.

Ziel: Harmonisierung des Zahlungsverkehrs
Mit der Harmonisierung des Zahlungsverkehrs in der Schweiz soll der Austausch zwischen Unternehmen, Banken und Software vereinfacht und automatisiert werden. Grundlage dafür ist die ISO-Norm 20022, die Datei- und Datenformate standardisiert. Für Ihr Unternehmen bedeutet dies effizientere Prozesse, zuverlässigere Daten und weniger Fehler.
Zum Einsatz kommen vor allem die folgenden Dateiformate:
- camt.052: Dient dem Abruf untertägiger Kontoauszüge und Vormerkposten. Ermöglicht die Überwachung Ihrer Liquidität nahezu in Echtzeit für ein effizientes Cash Management.
- camt.053: Entspricht dem Kontoauszug (täglich, wöchentlich oder monatlich) und wird für die periodische Buchung verwendet.
- camt.054: Liefert Details zu Zahlungseingängen und -ausgängen im Zusammenhang mit der QR-IBAN und erleichtert die Automatisierung des Zahlungsabgleichs.
Für ausgehende Zahlungen ist heute das Format pain.001 Schweizer Standard. Damit können Sie Ihre Zahlungsaufträge strukturiert und sicher direkt aus Ihrer Buchhaltungs-, Lohn- oder Fakturierungssoftware übermitteln.
Bereiten Sie Ihre Zahlungsaufträge und QR-Rechnungen auf strukturierte Adressen vor
Die Anforderungen an Adressen in Zahlungsaufträgen und QR-Rechnungen entwickeln sich weiter. Seit dem 21. November 2025 dürfen im Swiss QR-Code nur noch strukturierte Adressen des Typs «S» verwendet werden.
Bei Zahlungsdateien wurde die ursprünglich für den 2. November 2026 vorgesehene Einführung der neuen Anforderungen an strukturierte Adressen gemäss ISO-Norm 20022 auf einen noch nicht bekannten Zeitpunkt verschoben. Bis auf Weiteres akzeptiert die Freiburger Kantonalbank weiterhin Zahlungsdateien mit unstrukturierten Adressen.
Die Umstellung bleibt dennoch notwendig, damit Sie auf den zukünftigen Stichtag vorbereitet sind und die Kontinuität Ihrer Zahlungen sicherstellen können. Konkret müssen die einzelnen Bestandteile der Adresse in separaten Feldern erfasst werden:
- Strasse und Hausnummer
- Postleitzahl
- Ort
- Land
Adressen sollen somit künftig nicht mehr als Freitext in einer einzigen Zeile erfasst werden.
Wir empfehlen Ihnen, die Konfiguration Ihrer Fakturierungssoftware und Ihrer Zahlungsdateien bereits jetzt zu überprüfen. Falls die erforderlichen Anpassungen noch nicht vorgenommen wurden, wenden Sie sich bitte an Ihren Softwarepartner oder Ihre IT-Abteilung, um die notwendigen Aktualisierungen zu planen. Die meisten Softwareanbieter, die den Swiss Payment Standards entsprechen, arbeiten bereits an den notwendigen Anpassungen.

Was Sie ab sofort tun können
Aktualisieren Sie Ihre Zahlungsdateien in Ihrer Software.
Planen Sie jetzt die Aktualisierung Ihrer Software mit strukturierten Adressen und wenden Sie sich gegebenfalls an Ihren Softwarehersteller, um Ihre Empfängerdatenbank anzupassen und eine korrekte Strukturierung der Adressen sicherzustellen.
Passen Sie die Daueraufträge an, sobald Sie neue QR‑Rechnungen mit strukturierten Adressen erhalten (z.B. Vermieter, Leasingpartner usw.).
Verwenden Sie das SIX-Validierungstool, um einen technischen Bericht zu erstellen, den Sie an Ihre IT-Teams sowie an den Support Ihres Softwareanbieters weiterleiten können.
EBICS 3.0: Was ändert sich?
Mit EBICS 3.0 wird ein einheitlicher internationaler Standard eingeführt, der auf dem neuen Business Transaction Format (BTF) basiert und die bisherigen länderspezifischen EBICS-Versionen ersetzt. Diese Umstellung geht mit technischen Anpassungen einher, insbesondere für Unternehmen, die ein ERP- oder Buchhaltungssystem mit einer EBICS-Bankverbindung nutzen, da alle Bankzugänge und Auftragsarten einheitlich umgestellt werden müssen. Vereinbaren Sie mit all Ihren Banken einen gemeinsamen Stichtag für die Umstellung, um Zahlungsunterbrüche zu vermeiden.
Wann ist die Abschaffung der Lastschriftverfahren LSV+ und BDD geplant?
Die bestehenden Lastschriftverfahren LSV+/BDD werden per 30. September 2028 eingestellt. Parallel dazu schafft SIX das Webportal payCOMweb schrittweise ab. Betroffene Unternehmen sollten sich darauf vorbereiten und ihre Rechnungsstellungs- und Inkassoprozesse anpassen, um die Kontinuität ihrer Zahlungen zu gewährleisten. Alternative Lösungen wie eBill Direct Debit oder TWINT Direct Debit (in Entwicklung) sollten unter Berücksichtigung Ihres Geschäftsmodells frühzeitig evaluiert werden.
Finanzflüsse mit bLink automatisieren
Die FKB hat bLink, die Schweizer Open-Banking-Plattform von SIX, in Zusammenarbeit mit der Buchhaltungssoftware Bexio eingeführt. Mit dieser Lösung können Sie Ihre FKB-Konti automatisch mit Ihrer Buchhaltungssoftware Bexio synchronisieren. Für betroffene Unternehmen bedeutet dies weniger manuelle Eingaben, automatische Abgleiche und ein vereinfachtes Finanzmanagement im Alltag.
Wesentliche Änderungen im Zahlungsverkehr
| Jahr | Änderung |
|---|---|
| 2028 | Einstellung der Lastschrift LSV+/BDD, Ersatz durch eBill Direct Debit (und demnächst TWINT Direct Debit) |
| 2026 | Ende der Übergangsfrist für die Migration auf EBICS 3.0 |
| 2022 | Endgültige Abschaffung der bisherigen Einzahlungsscheine (ES/ESR) und Einführung der QR-Rechnung als einheitlicher Schweizer Standard |
| 2018 | Ablösung proprietärer Formate (DTA, EZAG und ESR) durch die ISO-Norm 20022: PAIN für Zahlungen und CAMT für Meldungen und Avisierungen |
| 2018–2019 | Umbenennung der e-Rechnung in eBill und Integration als Standarddienstleistung in das e-banking von Schweizer Banken |
| Ab 2016 | Veröffentlichung der offiziellen Empfehlungen zur Nutzung des EBICS-Protokolls und Start der Harmonisierung des Kunden-Bank-Austausches |
Häufig gestellte Fragen
Eine CAMT-Datei (Cash Management) wird von der Freiburger Kantonalbank bereitgestellt und enthält Informationen zu Ihren Konten. Dazu gehören insbesondere Salden, Bewegungen und Zahlungseingänge in den Formaten camt.052, camt.053 und camt.054. Diese Daten können direkt in Ihre Buchhaltungssoftware oder Ihr ERP-System integriert werden und erleichtern die Kontenabstimmung sowie die Liquiditätsübersicht.
Eine PAIN-Datei (Payment Initiation) ist eine Datei, die Ihr Unternehmen an die Bank übermittelt, um Zahlungen auszulösen. Sie erfassen Ihre Zahlungen in Ihrem ERP-, Lohn- oder Buchhaltungssystem und erzeugen anschliessend eine Datei (meist im Format pain.001), die Sie im e‑Banking der Freiburger Kantonalbank zur Ausführung importieren. So können mehrere Zahlungen gebündelt verarbeitet und manuelle Eingaben reduziert werden.
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