2019

  • KEINE NORMALISIERUNG IN SICHT

    Diese Woche waren alle Blicke auf den EZB-Präsident Mario Draghi gerichtet. Wie von den Finanzmärkten erwartet, hat die EZB den Einlage-satz von -0.4% auf -0.5% gesenkt. Die Zinsen werden auf diesem Niveau belassen, solange das Inflationsziel von 2% nicht erreicht ist. Ausserdem wird die EZB ab dem 1. November die Anleihenkäufe wieder aufnehmen. Sie wird 20 Milliarden Wertschriften pro Monat erwerben. Mit diesen Massnahmen möchte Mario Draghi die schwächelnde Wirtschaft wieder ankurbeln. Unter Ökonomen wird jedoch gezweifelt ob diese weitere Zinssenkung eine Wirkung auf die Konjunkturlage haben wird. Mit diesen Schritten ist eine Normalisierung der Zinsen in weiter Ferne gerückt. Auch die nächste Woche stehen die Zentralbanken im Fokus. Die FED sowie die SNB halten ihre Sitzung. Wird die SNB mit der EZB mitziehen und die Zinsen senken? Die Mehrheit der Analysten gehen von einer Zinssenkung von 0.25% auf -1% aus. Im Handelsstreit zwischen China und den USA gab es weitere Zeichen der Entspannung. China hat Ausnahmen von Straffzöllen auf US Waren verkündet. Im Gegenzug hat Donald Trump die Einführung der neuen Strafzölle um zwei Wochen verschoben. Der Swiss Market Index ist am Donnerstag auf ein neues Rekordhoch von 10’140.93 Punkten gestiegen und beendet die Woche bei 10’047.34 Punkten oder ein Minus von 0,26%. Xavier Roggo Vermögensverwaltung Freiburg

  • GELDPOLITIK IM INTERESSE DES LANDES

    Die Sorgen um einen zu starken Franken sind zurückgekehrt. Seit dem April hat sich der Euro wieder deutlich von 1.14 auf noch knapp über 1.08 verbilligt. In den letzten Monaten hat die SNB wieder stark mit Devisenkäufen interveniert. Die weitere Aufwertung des Frankens konnte die SNB bisher dennoch nicht verhindern. Diese jüngste Entwicklung gibt einen Hinweis auf das Dilemma, in dem sich die Schweizer Währungshüter befinden. Zwar haben sie noch die gleichen Instrumente zur Hand wie bei früheren Phasen bei einer Wirtschaftskrise oder einer starken Frankenaufwertung: Negativzinsen und Devisenmarktinterventionen. Im Allgemeinen hat die SNB und die anderen Zentralbanken kaum noch Mittel, um eine echte Wirtschaftskrise wirkungsvoll abzudämpfen. Sie haben bereits jetzt den Geldhahn bis zum Anschlag aufgedreht. Man vertraut immer noch darauf, dass die Notenbanken mit weiteren Zinssenkungen und Ankurbelungsmassnahmen die Weltwirtschaft vor einer Krise bewahren werden. Ob ihnen dies gelingen wird, ist ungewiss. Ihr Spielraum ist eingeschränkt, weil sie es versäumt haben, die geldpolitischen Zügel im vorangegangenen Aufschwung zu straffen. Gesamtwirtschaftlich wird eine weitere Zinssenkung auf dem aktuellen Niveau wohl verpuffen. Sie wird lediglich die Immobilien- und Vermögenspreise weiter in die Höhe treiben und die Sparer und Pensionskassen weiter belasten. Schon jetzt belastet diese Zinspolitik die Branche enorm und langfristig ruinieren diese Niedrigzinsen auch das Finanzsystem. Im Wochenvergleich gewinnt der SMI 1.80 % und schliesst mit 10073.82 Punkten. MAX HOCHULI Private Banking Murten 026 672 85 16

  • IM BANN DES HANDELSKONFLIKTS

    Mit der Zollspirale im Handelskrieg zwischen den USA und China wurde ein schwacher Börsenauftakt für die Woche erwartet. China hat-te am 23. August neue Zölle auf Waren aus den USA angekündigt. US-Präsident Trump wartete nicht lange und holte zum Gegen-schlag aus. Angesichts der Eskalation im Handelskrieg ist zu erwarten, dass nicht nur das amerikanische und chinesische Wirtschaftswachstum leiden wird, sondern auch die Weltkonjunktur nachhaltig betroffen sein wird. An der mit Spannung erwarteten Rede in Jackson Hole führte J. Powell aus, dass die konjunkturellen Unsicherheiten seit der letzten Notenbanksitzung nochmals zugenommen hätten. Daraus ist zu schliessen, dass die FED am 17/18. September den Leitzins um weitere 25 Basis-punkte senken wird und es folgen vielleicht noch Weitere. Börse Schweiz Der Schweizeraktienmarkt startete wie erwartet schwach in die Woche und der SMI viel am Montag kurzfristig bis auf 9663 Punkte zurück. Ab Donnerstag verzeichnete der SMI klare Kursgewinne. Händler verwiesen auf optimistische Töne im Handelsstreit und die guten Nachrichten aus Italien sorgten für den Stimmungswechsel. Vor allem die jüngsten Aussagen aus dem chinesischen Wirtschaftsministerium, man sei in Gesprächen mit den USA wurden positiv interpretiert. Im Wochenvergleich steigt der Swiss Market Index um 1.5% auf 9895,5 Punkte. Von den 20 SMI-Titel verzeichnen 17 Aktien zum teil markante Kurssteigerungen und nur 3 Titel notieren schwächer. Walter Dürr Vermögensberatung - Murten 026 672 85 15

  • Geldpolitik, neue Zölle und Tweets

    An den Aktienmärkten schöpften die Investoren anfangs wieder Mut und setzten einmal mehr auf eine baldige Einigung im Handelsstreit. US-Präsident Trump lieferte Entspannungssignale, woraufhin sich die Aktienbörsen von den Verlusten der Vorwoche erholten. Für Unterstützung sorgte auch die Aussicht auf weitere geldpolitische Lockerungen der Zentralbanken. Kurz vor dem Wochenende ging es an der Börse dann nochmals ziemlich hektisch zu und her. Zuerst hat China neue Vergeltungszölle angekündigt. US-Importe sollen mit zusätzlichen Zöllen in Höhe von fünf bis zehn Prozent belastet werden. US-Präsident Donald Trump schoss auf Twitter zurück und kündigte eine Reaktion noch am selben Tag an. Zornig zeigte sich Trump auch über Fed-Chef Jerome Powell. Dieser beteuerte in seiner mit Spannung erwarteten Rede an der Notenbankerkonferenz in Jackson Hole zwar, die US-Notenbank werde angemessen handeln, um die Konjunktur zu stützen. Die verhoffte Klarheit über künftige Zinssenkungen brachte die Rede jedoch nicht. Das zog wiederum den Zorn Trumps auf sich: "Meine einzige Frage lautet, wer ist unser grösserer Feind, Jay Powel (dessen Namen er falsch schrieb) oder der Vorsitzende Xi?", twitterte der US-Präsident. Im Wochenvergleich rettete der Swiss Market Index (SMI) noch ein Plus von 0.17 Prozent und schloss auf 9'744.98 Punkten. Thomas Bächler, Vermögensverwaltung