2019

  • Die Hoffnung stirbt zuletzt…

    … dies hat sich auch in der vergangenen Handelswoche gezeigt, wenn es um den Handelsstreit zwischen den USA und China und dessen Auswirkungen auf die Börse ging. Die Stimmung an den Aktienmärkten hat sich auf breiter Front verbessert. Ausgelöst wurde der Stimmungsumschwung von einem Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, der am späten Donnerstagabend in Washington sagte, beide Seiten seien nur noch "wenige Federstriche" von einem Zwischenabkommen entfernt. Er sagte aber auch, das Abkommen sei noch nicht in trockenen Tüchern. Die beiden Handelsdelegationen stehen derzeit in Videokonferenzen in Kontakt zueinander, um Details des angestrebten "Phase-1-Abkommens" zu besprechen. Sollte sich die Hoffnung im Handelsstreit erfüllen und die zurückgehende Wahrscheinlichkeit eines ungeordneten Austritts des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union bestätigen, stehe einem Weihnachtsrally nicht mehr viel im Weg, heisst es am Markt. Seit der zweiten Oktober-Hälfte bewegt sich der Swiss Market Index (SMI) wieder auf Rekordterrain. Nachdem das Börsenbarometer zuletzt etwas zurückgefallen ist, fehlen wieder weniger als 100 Punkte zur Bestmarke bei 10'356 Punkten. Das Geschäft in der Berichtwoche beschreiben Händler insgesamt als relativ ruhig. Auch der Eurex-Verfall belebte den Markt kaum. Der SMI beendete den Handel auf dem Vorwochen-Niveau. Thomas Bächler, Vermögensverwaltung

  • BREXIT-CHAOS

    In London hat das britische Parlament Premier Johnson ausgebremst und zur Brexit-Pause gezwungen. Damit sind entweder ein ungeregelter Brexit zu Halloween oder aber der Ausruf von Neuwahlen wahrscheinlicher geworden. Klar ist noch gar nichts. Das ganze Durcheinander könnte kaum grösser sein. Bei der letzten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) unter Mario Draghi gab es kaum Impulse. Der Leitzins im Euroraum bleibt unverändert. Dies ist angemessen, angesichts all der bereits im September beschlossenen Massnahmen. Eine Fortsetzung der Politik des billigen Geldes ist allerdings zu erwarten. Mario Draghi hinterlässt seiner Nachfolgerin Christine Lagarde kein leichtes Erbe. Hauptziel der Währungshüter sind stabile Preise im Euroraum. Mittelfristig strebt die EZB für den Währungsraum mit seinen 19 Ländern eine Teuerungsrate von knapp unter 2.0 Prozent an. Das ist weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten dann Investitionen aufschieben – in der Hoffnung, dass es bald noch billiger wird. Der Schweizer Aktienmarkt hat diese Woche klar im Plus geschlossen. Eine Reihe erfreulicher Firmenabschlüsse aus dem In- und Ausland ermunterten die Anleger zu Käufen. Bisher ist die Bilanzsaison gut verlaufen – und zwar viel besser als befürchtet. Im Wochenvergleich gewinnt der SMI 2.32 % und schliesst mit 10197.09 Punkten. MAX HOCHULI Private Banking Murten 026 672 85 16

  • KONJUNKTURDATEN ENTTÄUSCHEN

    Diese Woche wurde durch die zunehmenden Konjunktursorgen gekennzeichnet. In der Schweiz hat der Einkaufsmanagerindex für die Industrie (PMI) den tiefsten Stand seit Juli 2009 erreicht. Dieser ist auf 44.6 Punkte gesunken. Ein Wert unter 50 Punkten bedeutet eine Verschlechterung der Bedingungen. In guter Verfassung bleibt der Dienst-leistungssektor, welcher ca. 80% der Wirtschafts-leistung in der Schweiz ausmacht. Ein ähnliches Bild zeichnet sich in den USA und in Europa ab. In beiden Wirtschaftsregionen weisen die Industrieindikatoren eine negative Tendenz auf. In den USA sind auch die Daten für den Dienstleistungssektor (ISM Services) enttäuschend ausgefallen. Der Index ist von 56.4 auf 52.6 Punkte zurückgekommen. Es scheint, dass die Schwäche des Industriesektors auf den Dienstleistungssektor abfärbt. Auch die Entwicklung des Arbeitsmarktes deutet auf eine Abkühlung der Wirtschaft hin. Im September wurden leicht weniger Stellen als erwartet geschaffen. Die Arbeitslosenquote befindet sich auf den tiefsten Stand seit 1969, bei 3.5%. Der Monat Oktober hat bei den Anlegern einen schlechten Ruf. In der ersten Oktober Woche wird er diesem gerecht. Der Swiss Market Index beendet die Woche mit einem Minus von 2.09% bei 9'827.72 Punkten. Seit Jahresbeginn liegt der SMI aber bei einem sehr erfreulichen Plus von 16.59%. Xavier Roggo Vermögensverwaltung Freiburg

  • Investoren sind vorsichtig optimistisch

    Für eine Entspannung auf dem Börsenparkett hat die vergangene Handelswoche nicht gesorgt. Weder mit Blick auf die politische Entwicklung, noch was die Wirtschaft angeht. In Sachen Brexit kochen die Gemüter der Politiker und Journalisten in Anbetracht der Lähmung von Regierung und Parlament erneut hoch. Die juristische Ohrfeige für Premier Boris Johnson durch das oberste Gericht schwächte seine Position einmal mehr. Die von ihm verhängte Parlaments-Pause sei "ungesetzlich", lautete das klare Urteil. In den USA beherrscht einmal nicht der Handelsstreit mit China die politische Bühne. Hier steht Präsident Donald Trump wegen möglichem Machtmissbrauch und einem von den Demokraten angestrebten Amtsenthebungsverfahren unter hohem Druck. Der Vorwurf lautet, eine ausländische Macht zur Beeinflussung der US-Wahl aufgefordert zu haben. Trotz der gravierenden Vorwürfe werden einer Anklage angesichts der republikanischen Mehrheit keine grossen Chancen eingeräumt. Deren Auswirkungen auf die Wirtschaft dürften entsprechend letztlich auch eher gering bleiben. Es bestehe immerhin die Gefahr, dass der politische Fokus auf ein mögliches Amtsenthebungsverfahren den Handelsstreit mit China in den Hintergrund rücken lasse, kommentierten Analysten. In dieser Sache kamen zuletzt von der chinesischen Seite gewisse Entspannungssignale, was die Aktienmärkten zum Wochenschluss positiv tendieren liess. Nachdem der Swiss Market Index (SMI) bis zur Wochenmitte noch geschwächelt hatte, kämpfte er sich wieder auf das Vorwocheniveau zurück und schloss bei 10'037.81 Punkten (-0.19%). Thomas Bächler, Vermögensverwaltung

  • KEINE NORMALISIERUNG IN SICHT

    Diese Woche waren alle Blicke auf den EZB-Präsident Mario Draghi gerichtet. Wie von den Finanzmärkten erwartet, hat die EZB den Einlage-satz von -0.4% auf -0.5% gesenkt. Die Zinsen werden auf diesem Niveau belassen, solange das Inflationsziel von 2% nicht erreicht ist. Ausserdem wird die EZB ab dem 1. November die Anleihenkäufe wieder aufnehmen. Sie wird 20 Milliarden Wertschriften pro Monat erwerben. Mit diesen Massnahmen möchte Mario Draghi die schwächelnde Wirtschaft wieder ankurbeln. Unter Ökonomen wird jedoch gezweifelt ob diese weitere Zinssenkung eine Wirkung auf die Konjunkturlage haben wird. Mit diesen Schritten ist eine Normalisierung der Zinsen in weiter Ferne gerückt. Auch die nächste Woche stehen die Zentralbanken im Fokus. Die FED sowie die SNB halten ihre Sitzung. Wird die SNB mit der EZB mitziehen und die Zinsen senken? Die Mehrheit der Analysten gehen von einer Zinssenkung von 0.25% auf -1% aus. Im Handelsstreit zwischen China und den USA gab es weitere Zeichen der Entspannung. China hat Ausnahmen von Straffzöllen auf US Waren verkündet. Im Gegenzug hat Donald Trump die Einführung der neuen Strafzölle um zwei Wochen verschoben. Der Swiss Market Index ist am Donnerstag auf ein neues Rekordhoch von 10’140.93 Punkten gestiegen und beendet die Woche bei 10’047.34 Punkten oder ein Minus von 0,26%. Xavier Roggo Vermögensverwaltung Freiburg