Die Freiburger Kantonalbank (FKB) konnte trotz der Gesundheitskrise den Kurs halten. Nach Zuweisung von 21,0 Millionen Franken an die Reserven für allgemeine Bankrisiken steigt der Reingewinn auf 133,3 Millionen Franken (+ 1,3%). Die Bilanzsumme nimmt um 2,1 Milliarden Franken auf 26,7 Milliarden Franken (+ 8,4%) zu. Auch die Kundeneinlagen nehmen um 1,5 Milliarden Franken (+ 10,4%) stark zu.

Zur Unterstützung der kantonalen Pandemiemassnahmen wurde eine zusätzliche und ausserordentliche Zahlung von 8 Millionen Franken an den Kanton geleistet.

Per Ende Februar tritt Herr Edgar Jeitziner in den Ruhestand. Herr Daniel Wenger hat seine neue Position zu Beginn dieses Jahres angetreten (Pressemitteilung vom 01.09.2020).

Diese Ergebnisse belegen erneut die Richtigkeit der angewandten Strategie und bestätigen die solide Marktposition der FKB. Sie ermöglichen es uns, den dreifachen Auftrag zu erfüllen, unsere Kunden bestmöglich zu bedienen, die Wirtschaft des Kantons entschieden zu unterstützen und eine sehr gute operative Rentabilität zu erzielen.

Die Verunsicherung ist aufgrund des Coronavirus stark angestiegen und stellt die Wirtschaft vor aussergewöhnliche Herausforderungen. Die FKB ist sich der wirtschaftlichen Situation von Unternehmen, die von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen sind, bewusst. Um ihren am stärksten betroffenen Kunden konkrete Unterstützungsmassnahmen anbieten zu können, hat die Bank eine entsprechende Struktur eingerichtet, die speziell für in Schwierigkeiten geratene Unternehmen gedacht ist. Die FKB prüft mit besonderem Augenmerk die individuelle Situation ihrer betroffenen Kunden, die in den besonders exponierten Bereichen tätig sind und schlägt auf die kurzfristigen Finanzierungsbedürfnisse angepasste Lösungen vor. Es wird eine schnelle, einfache und effektive Antwort angeboten, um den Geschäftsleuten, den Gewerbetreibenden sowie den KMUs zu helfen, die Krise zu überstehen. In diesem Zusammenhang hat die FKB aktiv am COVID-19-Kreditprogramm teilgenommen und Abschreibungen ausgesetzt.

Trotz der schwierigen Arbeitsbedingungen ist die Mobilisierung aller unserer Mitarbeiter im Dienste unserer Kunden ein Beweis für unser Engagement, unsere Unterstützung und Solidarität in dieser Krisenzeit.

Auf der Aktivseite übersteigen die Kundenausleihungen, unter Abzug der Rückstellungen für Ausfallrisiken, erstmals die Marke von 20 Milliarden Franken. Das gesamte Kreditvolumen steigt um 868,8 Millionen Franken oder um 4,5%. Dieser Anstieg ist unter anderem auf Übergangskredite zurückzuführen, die Unternehmen im Rahmen des Hilfsprogramms des Bundes gewährt wurden, sowie auf Finanzierungen für Unternehmensübertragungen. Mit einem Volumen von CHF 342 Millionen an gewährten COVID-19-Krediten gehört die FKB zu den 10 aktivsten Banken im Programm. Die Hypothekarforderungen belaufen sich auf 17 Milliarden Franken, was einer Zunahme von 803,2 Millionen Franken (+4,9%) entspricht.

Diese doppelte Zunahme bestätigt die wichtige Unterstützung der FKB für die KMU und den Immobilienmarkt des Kantons Freiburg, dies unter Beachtung einer gesunden Risikosteuerung.

Auf der Passivseite nehmen die Kundengelder, alle Anlageformen zusammen, ausserordentlich um 1,5 Milliarden Franken auf 15,9 Milliarden Franken zu (+ 10,4%).

In der Erfolgsrechnung steigt der Bruttoerfolg aus dem Zinsengeschäft trotz der Negativzinsen um 3,9 Millionen Franken auf 247,8 Millionen Franken Diese Verbesserung erklärt sich einerseits durch das wachsende Volumen der Kreditausleihungen und andererseits durch die Abnahme der Zinsrisikokosten.

Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft steigt um 0,3%. Die Veränderung von ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen nimmt um 3,0 Millionen Franken auf 12,0 Millionen Franken zu, hauptsächlich zur Abdeckung latenter Risiken, auch im Zusammenhang mit dem COVID-19-Kreditprogramm.
Der deutliche Anstieg unseres Volumens ermöglichte es somit, den durch die Auswirkungen der Negativzinsen bedingte Margenrückgang zu kompensieren. Die Negativzinsen wurden nicht systematisch an unsere Privat- und Firmenkunden weitergegeben.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft steigt um 1,5% auf 31,6 Millionen Franken.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft, welcher sich hauptsächlich aus dem Devisen-, Change- und Edelmetallertrag zusammensetzt, nimmt um 1,7 Millionen Franken auf 8,4 Millionen Franken ab (- 16,7%). Die Abnahme ist hauptsächlich auf die gesunkenen Devisentransaktionen zurückzuführen, welche durch den Rückgang der touristischen Aktivitäten bedingt sind.

Der übrige ordentliche Erfolg erhöht sich um 1,1 Millionen Franken auf 5,4 Millionen Franken.

Trotz einer deutlichen Zunahme der Wertberichtigungen für Ausfallrisiken und der Auswirkungen von COVID-19, steigt der Geschäftsertrag um 0,2% auf 281,2 Millionen Franken.

Der Geschäftsaufwand von 101,7 Millionen Franken liegt unter dem Budget und bestätigt die ausgezeichnete Kostenkontrolle.

Der Geschäftserfolg, der für die Beurteilung der Leistung der Bank ausschlaggebend ist, sinkt um 3,6 Millionen Franken auf 162,0 Millionen Franken, was auf die bereits erwähnten Auswirkungen der Krise, aber auch auf Ausgaben für Digitalisierungsprojekte und grössere Renovationen in Niederlassungen zurückzuführen ist, die sich auf den Abschreibungsbedarf unserer Sachanlagen auswirkten.

Der Jahresgewinn erhöht sich um 1,7 Millionen Franken auf 133,3 Millionen Franken, dies nach Abzug der Zuweisung von 21,0 Millionen Franken an die Reserve für allgemeine Bankrisiken, die um 8,0 Millionen höher war als im Vorjahr.

Diese Resultate erlauben es der FKB, ihrer Rolle als kantonaler Beitragszahler gerecht zu werden, indem sie dem Kanton, den Gemeinden und den Pfarreien einen Beitrag von CHF 69,9 Mio., also fast den Gegenwert des Dotationskapitals, überweist. In dieser Zahlung sind Steuern, die Verzinsung des Dotationskapitals, die Verzinsung der Staatsgarantie und zusätzlich eine ausserordentliche Zahlung in Höhe von 8,0 Millionen Franken zur Unterstützung kantonaler Massnahmen im Zusammenhang mit der Pandemie enthalten.

Nach der Gewinnverwendung beläuft sich das Gesamttotal der Eigenmittel auf 2,2 Milliarden Franken, was einer Steigerung von 92 Millionen Franken entspricht. Die Kernkapitalquote (CET1 oder Common Equity Tier 1 Ratio) liegt bei 17,82%, welche die Mindestanforderungen von 12,15 % ausreichend erfüllen.

Die Organisation wurde auf den Prüfstand gestellt. Der persönliche Kontakt zu unseren Kunden, sei es in Einzelgesprächen oder bei den vielen, von der Bank unterstützten Veranstaltungen, musste von heute auf morgen eingestellt werden. Organisatorische Massnahmen mussten umgesetzt werden, wie z. B. die Reorganisation von Tätigkeiten, alternierende Teams im Homeoffice, der beschleunigte Ausbau des Einsatzes von Robotern, um die stark gestiegene Arbeitsbelastung zu bewältigen und die Umsetzung von Sicherheitsmassnahmen, um die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern zu schützen. Die eingeführten und angepassten Verfahren ermöglichen es uns, schnell auf vorgeschriebene Änderungen zu reagieren, insbesondere in Bezug auf einen Lockdown oder dessen Lockerung.

Im 2021 führen wir unsere Unterstützung zur Bewältigung der Auswirkungen aus der COVID-19-Krise weiter. Wir werden weiterhin in innovative Projekte, in die weitere Digitalisierung der Abläufe investieren und die Modernisierung der Niederlassungen fortsetzen.

Die Auswirkungen der Krise werden noch andauern und das Geschäftsjahr 2021 beeinflussen. Die Bank erwartet jedoch, im Jahr 2021 ähnliche Ergebnisse zu erzielen.

Anlässlich seiner letzten Sitzung hat der Verwaltungsrat die vorliegende Jahresrechnung genehmigt. Er schlägt für das Geschäftsjahr 2020 folgende Gewinnverwendung vor:

Jahresgewinn CHF 133‘343‘995

  • Gewinnvortrag CHF 71‘088
  • Bilanzgewinn CHF 133‘415‘083

Gewinnverwendung

  • Abgeltung der Staatsgarantie CHF 43'000'000
  • Verzinsung des Dotationskapitals CHF 11'000'000
  • Ausserordentliche Zahlung an den Staat CHF 8'000’000
  • Zuweisung an die allgemeine gesetzliche Reserve CHF 71'000'000
  • Gewinnvortrag CHF 415‘083

Freiburg, den 11. Februar 2021