Die Aktienmärkte standen in der vergangenen Handelswoche im Spannungsfeld zwischen anhaltenden Zinsängsten und konjunkturellen Frühlingsgefühlen. Inflationsängste und weiter steigende Renditen am US-Bondmarkt drückten weltweit auf die Aktienkurse. Auch der Schweizer Aktienmarkt konnte sich den Abgaben nicht entziehen. Der Swiss Market Index SMI verzeichnete im Wochenvergleich ein Minus von 1.7% und beendete den Handel bei 10'522.22 Punkten. Somit notiert der Leitindex wieder unter dem Niveau von anfangs Jahr.

Steigende Zinsen werden Händlern zufolge nun zu einer Gefahr für Aktien, da mit ihnen ein wichtiges Argument für die derzeitige Börsenhausse angegriffen wird: Die Aussicht auf noch länger weit geöffnete Geldschleusen der Währungshüter. Die jüngste Konjunkturerholung und die steigenden Rohstoffpreise haben zu steigenden Inflationserwartungen geführt. Angeheizt werden die Inflationssorgen zudem vom geplanten billionenschweren Konjunkturprogramm des neuen US-Präsidenten Joe Biden. Laut Analysten wird die Inflation jedoch erst eine Gefahr für die Aktienmärkte, wenn sich die Notenbanken zu einer Abkehr bewegen. Dafür gebe es derzeit aber noch keine klare Signale. Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell wurden am Mittwoch noch als starke Bekenntnis angesehen, dass die Fed bei ihrer ultralockeren Geldpolitik bleiben will.

Thomas Bächler, Vermögensberater

Stock exchange commentary logo