Mit einem leichten Aufwärtstrend zum Wochenbeginn konnte sich der Schweizer Aktienmarkt zunächst etwas von den jüngsten Verlusten der Vorwoche erholen. Die Gegenbewegung an den Aktienbörsen sei der vorübergehenden Entspannung an den Anleihemärkten sowie erfreulichen Konjunkturzahlen zu verdanken. Als weitere Stütze sehen Börsianer die Konjunkturdaten aus Australien. Die Situation in Down Under zeige, wie stark sich die Wirtschaft nach dem Lockdown entwickeln könnte und lasse auf baldige Lockerungen in Europa hoffen.

In der zweiten Wochenhälfte wurde die Stimmung wegen wieder ansteigenden US-Anleiherenditen etwas eingetrübt. Steigende Renditen signalisieren Inflationsängste und bedeuten höhere Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen. Zudem werden Anleihen als Investmentalternative zu Aktien wieder interessanter, was den Höhenflug der Aktienmärkte ausbremsen könnte. Laut Händlern wird befürchtet, dass die Zentralbanken bei steigender Inflation den Geldhahn früher als erwartet zudrehen könnten.

Für weitere Nervosität sorgte US-Notenbankpräsident Jerome Powell anlässlich seiner Rede am Donnerstag. Er sei zu vage geblieben, was die möglichen Reaktionen der Fed sein könnten, falls die Bondrenditen noch kräftiger stiegen, heisst es am Markt.

Dennoch verteidigt der Swiss Market Index (SMI) auf Wochensicht seine Gewinne und schliesst mit einem Plus von 0.8 Prozent bei 10’607.79 Punkten.

Fabienne Zurkinden, Vermögensberaterin

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